Veröffentlicht am Samstag, 22. April 2006
Heute bei dem herrlichen Wetter konnte ich endlich mein erstes Golfturnier in diesem Jahr spielen und quasi offiziell in die neue Saison starten, nachdem bereits 4 Turnierabsagen wegen schlechtem Wetter stattgefunden haben. Und der Start war gut!
Die vergangenen Wochen waren zum Üben wirklich zäh. Durch das schlechte Wetter mit dem vielen Regen waren die Plätze ziemlich aufgeweicht und man hat eigentlich nur in der Matsche gestanden und nie eine gute Ballage vorgefunden. Besserlegen und Aufteen sind ja Maßnahmen, die zur Platzschonung dienen, aber mit dem eigentlichen Spiel nicht zu tun haben. Golf wird halt von der Wiese gespielt und da wird der Ball gespielt wie er liegt.
Also die Winterperiode (Durststrecke) hat sich in diesem Jahr ganz schön lang hingezogen. Klar, man kann im Winter auf der Drivingrange schön im Warmen üben, aber ich bin eher ein Spielertyp, der die wenige Zeit, die ich habe, um meinem liebsten Hobby nachzugehen, lieber mit Golfspielen verbringt, als mit Golfüben.
Wobei ich mittlerweile in die Handicapregion komme, wo der Schwungdoktor eigentlich regelmäßig mal nach dem Rechten sehen sollte, sonst ist bald Schluß mit dem Runterspielen. Die Schläge müssen einfach noch konstanter und gerader werden. Das geht halt nur mit einem vernünftigen Schwung möglich und dafür brauch man den Schwungdoktor. Aber dafür fehlt mir (a) das Geld und (b) die Zeit. Ne, doch eher das Geld.
Der Club, dem ich vor drei Jahren beigetreten bin, bietet neben einer 18-Loch Anlage auch die Möglichkeit auf einem 6-Loch Kurzplatz (Löcher zwischen 145 Meter und 279 Meter) zu spielen. Ideal, um nach der Arbeit noch schnell ein paar Loch zu spielen und im Schlag zu bleiben. Auf dem Platz kann man jeden Schlag üben, den man auch auf “großen” Plätzen braucht. Vom Driver bis zum Lobwedge. Die Mitglieder haben 2 Handicaps. Ein “offizielles” Handicap für die großen Plätze und ein “inoffizielles” Handicap für den Kurzplatz.
Aber auch der Platz will erstmal gespielt werden, zumal der Platzzustand speziell bei den Vorgrüns und Grüns von der Qualität schon seine Eigenarten hat. Ich lade jeden ein, der sagt: “Kurzplatz, das ist ja einfach!”. Der Platz nicht! Bei uns sind schon Gäste untergegangen, die vorher groß getönt und sich lustig gemacht haben und meinten mal kurz alles in Par spielen zu können. Als Tiger losgesprungen und als Bettvorleger gelandet!
Das Turnier heute hat auf dem Kurzplatz stattgefunden und die machen immer bärig Spaß. Ist richtig schön zünftig. Verpflegungsstand nach 6 Loch, Grillwurst und Flaschenbier, um das Warten auf die Siegerehrung zu verkürzen. Alles wirklich recht ungezwungen.
Gott sei Dank. An das Clubleben, wie man es in manchen Clubs vorfindet, will und kann ich mich einfach nicht gewöhnen. Da rennen mir zuviel Pannemänner rum, die zwar Geld haben und sich den Sport in teuren Clubs leisten können, aber man merkt schnell, das Ihr Herz nicht an dem Sport hängt. Was weiss ich, was die da wollen. Ich spiele jedensfalls Golf, weil es der schönste Sport der Welt ist.
Aber zurück zum Turnier. Obwohl ich heute einen Tiger und Rabbit Flight erwischt hatte. 2 neue Mitglieder mit Handicap 54 waren im Flight, da hat man immer mehr zu tun, weil die Anfänger halt noch nicht so sicher sind und auch schon mal ein paar Schläge mehr brauchen, die Regeln noch nicht so genau kennen, usw. und man kann sich halt nicht voll auf sein eigenes Spiel konzentrieren.
Aber wir haben ja alle mal angefangen und waren froh, wenn einem jemand am Anfang noch ein paar Sachen erklärt hat. Golf, die Regeln und Etikette sind nämlich anfangs garnicht so einfach zu verstehen. Man muss schon ein paar Sachen beachten. Da steckt mehr dahinter als manche glauben.
Nachdem die ersten Löcher mein Schwung noch ein bißchen wackelig war, habe ich mich dann aber gefangen und trotz einem Streichergebnis an einem Loch mit einer Vorgabe von 14 noch 27 Brutto- und 40 Nettopunkte nach Stableford gespielt. Habe um 4 Punkte unterspielt und mein “inoffizielles” Handicap um 1,2 auf 13,1 verbessert. Also eigentlich ganz gut. Obwohl, wenn man bedenkt…aber das Wenn und Aber lassen wir jetzt. Das gibt es im Golf nicht. Da zählt was auf der Scorekarte steht und nicht was hätte sein können.
Die Saison kann kommen. Ich freue mich schon auf viele schöne Runden und Turniere. Mein “offizielles” Handicap – aktuell 11,9 – soll dieses Jahr noch einstellig werden. Und das wird ne echt harte Aufgabe. Was das in Zahlen für mich bedeutet, wie schwer das wird und was für niedrige Scores ich dafür spielen muss, berichte ich mal später.