Veröffentlicht am Donnerstag, 11. Mai 2006
So Samstag geht es los! Dann wird der erste Versuch gestartet dem golferischen Jahresziel ein wenig näher zu kommen. Wird schwer genug.
Auf meinem Heimatplatz, auf dem das Turnier stattfindet, starten die ersten drei Handicapklassen – also bis 18,4 – in Turnieren von den weißen Abschlägen.
Das macht bei 18 Löcher immerhin ein Unterschied zu Gelb von 398 Metern von den regulären Abschlägen und standardvermessenen Fahnenpositionen. Mal schauen wie am Samstag die Teeboxes und die Fahnen gesteckt sind.
Das bedeutet bei der Spielvorgabe (Parameter sind Handicap, Slopewert, Course Rating und Par) einen Unterschied von Weiß zu Gelb von 3 Punkten (Schlägen). Von Weiss bekomme ich zum Handicap 1 Punkt (Schlag) dazu. Wenn ich von Gelb starten würde, würden mir 2 Punkte abgezogen.
Die Formel zur Berechnung der Spielvorgabe lautet übrigens so. Da brauch man keinen Computer. Das funktioniert für jedem Golfplatz, der vom DGV vermessen wurde.
DGV-Spielvorgabe = DGV-Stammvorgabe x (Slope-Wert/113) – CourseRating + Par
Dann wollen wir ein bißchen rechnen, wie schnell (oder gar nicht) mein Ziel erreicht werden kann. (Streichergebnisse an einzelnen Löchern lasse ich mal unrealistischerweise zur verständlicheren Rechnerei außen vor).
Ich glaube das wird Viele interessieren, wenn ich meinen Suchanfragen glauben soll. Viele Golfer tun sich am Anfang schwer, Ihre Spielvorgabe und Handicap auszurechnen.
Bei einer Spielvorgabe von 13 (Handicap 11,9) und einem Par von 72 müsste ich eine 85 (5 mal Par, 13 Bogeys) spielen um 36 Netto-Stablefordpunkte (23 Brutto) zu erreichen. Jeder Schlag, den ich für die Runde weniger als 85 Schläge benötige, verbessert mein Handicap. Bis zu einem Handicap von 11,5 um 0,3 pro Schlag. Ab dem Handicap von 11,4 um 0,2 pro Schlag.
Wollte ich also in einem Turnier die Single-Handicapgrenze erreichen, müssten ich theoretisch (unter den oben genannten Annahmen: Keine Streicher) 9 Punkte mehr als 36 erreichen. Macht ein Ergebnis von 45 Netto-Stablefordpunkten. In Schlägen ausgedrückt, ich müsste eine 76er Runde, also eine 4 über (14 Par, 4 Bogeys) spielen.
Da geht aber nur in der Theorie, in Wirklichkeit ist das unrealistisch. Da müssen schon Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen, dass man mal dermaßen über seinem Niveau spielt. Als Anfänger kann man noch große Sprünge machen. Man hat ja mehr Punkte auf der Karte stehen als man zählen kann.
Bei meinem ersten Turnier, 1 Monat nach der Platzfreigabe, mußte ich mich als Handicapschoner beschimpfen lassen. Die Höchststrafe im Turnier. Ich hatte einen guten Tag erwischt und 66 Netto-Stablefordpunkte gespielt. Trotz der Schimpfe bin ich auf das Ergebnis stolz. Was sollte ich machen, war ja schließlich mein erstes Turnier. Von nichts ne Ahnung.
Je besser das Handicap wird, desto schwieriger wird es sich zu verbessern, weil die Vorgaben geringer werden. Da zählt dann jeder Schlag. Benzinger kann man sich nicht mehr erlauben. Wasser und Rough sind zu meiden.
Wenn man jetzt noch weiß, daß man sich statistisch nur bei 25% der gespielten Turniere runterspielt, den Rest im Schonbereich liegt oder sich wieder verschlechtert, kann man sich ungefähr ausrechnen, wie viel Turniere man spielen muss, um sich nenneswert zu verbessern.
Also ich denke, ich werde das ganze Jahr brauchen, um mein Ziel zu erreichen.
Als Golfer wird man ob der gemachten Erfahrungen demütig und dankbar für die wenigen guten Momente.
Wird auf jeden Fall wieder ein schönes Jahr auf der grünen Wiese. Freu mich schon.
Übrigens: So eine Rechnung kann man mal aus Spaß oder Interesse machen. Bloß nicht mit dem Rechenschieber im Kopf bei einem Turnier auflaufen. Das wird dann nichts. Immer locker bleiben, sich an der schönen Natur erfreuen, das Spiel genießen und auf die Schläge konzentrieren.
Wie sagte mal Jimmy Demaret: “Golf und Sex sind so etwa die einzigen Sachen, die Spass machen, selbst wenn man nicht wahnsinnig gut darin ist.”
In diesem Sinne…