Den Hass der Greenkeeper
hat sich heute sicherlich wieder Phil Mickelson zugezogen.
Als ich heute nachmittag in die Wiederholung der Golfübertragung von der HSBC Champions im Sheshan International GC in Shanghai, China reingeschaltet habe, machte Phil M. gerade, ich glaube auf der 15, ein paar Probeschwünge mit seinem 64 Grad Wedge.
(Ein Schläger, den ich gar nicht bedienen könnte. Die maximale Gradzahl des Schlägers, mit dem ich meine Zauberschläge rund ums Grün vorführe, darf 54 Grad nicht überschreiten. Darüberhinaus wird es nur noch fürchterlich peinlich.)
Die Lage seines Balles habe ich erst auf den zweiten Blick gesehen. Er lag ca. 10 Meter vom Loch entfernt auf dem oberen Plateau des Grüns und hatte zum Loch einen steilen Abhang zu spielen. Eine Lage, wo der Putt das Loch mittig treffen muss, sonst liegt nach Putt weiter von Loch entfernt als vor dem Putt.
Also hat Phil M. sich gedacht, er spielt mit seinem 64 Grad Wedge einen ultrahohen Lobshot ans Loch und vermeidet so, daß der Ball im Abhang nochmal beschleinigt. Der Schlag selber war gut ausgeführt, aber dennoch etwas kurz und im Hang gelandet und weit über das Loch hinaus gerollt.
Schon bei einem seiner Probeschwünge hat er ein kleines Divot aus dem Grün rausgehauen. Bei eigentlichen Schlag sowieso. Den Greenkeepern ist sicher das Herz stehen geblieben.
Was mich jetzt beschäftigt.
So was können sich nur Profis erlauben, oder? Sicher, es gibt keine Pflicht auf dem Grün einen Putter zu benutzen. Als Spieler hat man ja freie Schlägerwahl. Wenn ich will, kann ich mit dem Putter abschlagen und mit meinem Driver putten.
Ob das Sinn macht steht auf einem anderen Blatt. (Eine viel zu lange Zeit sahen meine Putts übrigens so aus, als ob ich sie mit meinem Driver ausgeführt habe).
Die Frage ist doch, ob man sich so etwas als Freizeitgolfer erlauben kann (und sollte)? Selbst wenn es im Tunier um Punkte geht, wird sich doch keiner trauen, mit dem Wedge Divots aus dem Grün zu hauen.
Welches Schicksal muß man als Freizeitgolfer erleiden, wenn ich auf der Jagd nach Punkten zu solchen Mitteln greife? Zumal das Spiel hierzulande ja schon all zu oft darunter leidet, daß der gemeine Hobbygolfer offensichtlich keine Pitchgabel besitzt
Der Hass der Greenkeeper ist einem in jedem Fall doch gewiß und man muß fürchten, in einem unbeobachteten Moment im nächsten Bunker vergraben zu werden.



Nun, ich sags mal so: Ich hab auf dem Grün auch schon mal zum Wedge gegriffen, weil das Grün eine Einbuchtung hatte, d.h. der direkte Weg zum Loch nicht spielbar war mit einem Putt, da einfach Rough dazwischen lag. Da musste ich dann drüber chippen. Trptzdem tut sowas in der Seele weh, und normalerweise würde ich es nicht tun, und ich hab auch so darauf geachtet, kein Divot rauszuhauen. Kurz: Normalerweise tut man sowas sicherlich nicht.
Ich hätte keine Hemmungen, daß Wedge zu nehmen. Aber ganz vorsichtig. In der Hoffnung keinen Benzinger zu spielen. ;-)