Veröffentlicht am Sonntag, 27. Juli 2008
Ich habe schon viele wettertechnische Extremsituationen auf dem Golfplatz erlebt. Aber heute bin ich doch an meine körperlichen und mentalen Grenzen gekommen.So eine Hitze habe ich nicht erlebt.
Es sollen angeblich nur 32 Grad gewesen sein, die sich aber aufgrund der Schwüle, absoluter Windstille und wolkenlosem Himmel und wenig Schattenplätzchen deutlich heißer anfühlten.
Die Haut hat richtig gebrannt und es gab während der gesamten Runde, bis auf einen kurzen Marsch durch ein Waldstück, absolut keine Abkühlung. Puh. Golf extrem, körperlich für mich hart an der Grenze.
Die eigentliche Herausforderung gab es aber heute im mentalen Bereich. Der Turniercomputer hat wieder voll zugeschlagen und einen lustigen Flight zusammengestellt.
Diesmal dabei eine Alleinunterhalterin, die im Golf schon alles erlebt, jeden Golfplatz im In- und Ausland kennt und ihr Wissen auch ungefragt, unvermittelt und zu den unpassenden Momenten mitgeteilt hat.
Ich stehe auf dem Abschlag, mache meine Preshot-Routine, da werde ich mitten drin gefragt, ob ich schon den Platz in Jakobsberg gespielt habe. Dort hätte sie letzte Woche gespielt und der Platz wäre soooooooooo toll. Oder es wurde wahlweise ein Erfrischungsgetränk geöffent oder in den Schlägern gekramt (das kenne wir ja schon.)
Jeder Schlag wurde ausnahmslos kommentiert. Während meiner Putts wurde der dritte Flightpartner mit neuen Geschichten beglückt.
Passend zum Wetter stieg meine innere Temperatur Loch für Loch, zumal mein Spiel unter der Dauerbeschallung doch langsam litt. So angenervt war ich nie.
Auf der 14 wurde der Siedepunkt überschritten und mir ist der Kragen geplatzt und ich mal ein paar nette Worte (hey, ich war wirklich freundlich) an die Dame gerichtet. Natürlich herrschte großes Unverständnis vor und die Stimmung im Flight sank auf den Gefrierpunkt.
Hach! Tat das gut. Das mache ich jetzt immer. Ich finde es sowieso besser, wenn während der Runde nicht so viel gesprochen wird.
Ich versuche es ja wirklich und arbeite da an mir, mich nicht von den Flightpartnern annerven zu lassen. Aber diesmal was es wirklich extrem. So einen dummen und penetranten Menschen hatte ich noch nie im Flight.
Vielleicht spiele ich doch nur noch Herrennachmittage.