Nichts für mich

Letzten Samstag bin ich zu einem sogenannten Gästeturnier eingeladen worden. Beim Gästeturnier sollen sich die Begleitungen der Teilnehmer des eigentlichen Turniers und geladene Gäste der Sponsoren bis zur Abendveranstaltung die Zeit vertreiben.

Erst sollte ein normales Turnier als Zählspiel nach Stableford gespielt werden, dann legte die Turnierleitung fest, dass nicht vorgabewirksam gespielt wird (Vielleicht hatten einige Gäste Befürchtungen ihr Handicap auf einem fremden Platz nicht verbessern zu können und dies den Sponsoren mitgeteilt. Ich weiss es nicht). Am Freitag wurde das Gästeturnier aufgrund einer drohenden Schlechtwetterlage schließlich auf 9 Loch verkürzt und die Startzeit um 2 Stunden nach hinten geschoben.

9-Loch Turnier und dann noch nicht mal vorgabewirksam? Das ist doch kein Golf, dachte ich noch am Freitag und war kurz davor meine Teilnahme eventuell abzusagen. Verwarf den Gedanken aber wieder. Schließlich sollte man alles ja mal unvoreingenommen ausprobieren.

Der Flight war nett, mein Spiel war ganz zufriedenstellend. Aber als ich dann den letzten Putt auf der 9 eingelocht hatte und mir bewusst wurde, dass die Runde nun zu Ende sein sollte, fühlte sich das Ganze schon etwas unbefriedigend an. Alles ging so schnell und ich hätte gerne noch ein paar Löcher gespielt. Ich glaube 9-Loch Turniere sind nicht das Richtige für mich.

Interessant wurde auch die Abendveranstaltung. Irgendwie schien der Golfclub, wo das Turnier stattfand, eine eigene Definition von „sportlich elegant“ zu haben. Sämtliche Clubmitglieder hatten sich richtig in Schale geschmiessen und trugen dunkle Anzüge, dazu Krawatten und schwarze Abendschuhe. Die Damen führten allesamt ihre wahrscheinlich neuesten und teuren Abendroben vor.

Ich kam mir so underdressed vor. Naja, egal, so konnte man immerhin erkennen, wer Gast und wer Clubmitglied war. Aber das Essen war vorzüglich und die Getränke wie die gereichten Speisen dank der Sponsoren frei.

Ich musste mal wieder feststellen, dass ich doch eher der rustikale Typ bin und dieses Show und Co. nicht brauche. Die gesellschaftlichen Aspekte des Golfsports interessieren mich nicht die Bohne.

 
 
2 Kommentare.
  1. geht mir genauso. wichtig-wichtig-golfer in d sind eine plage. mal bei den briten vorbeischauen. seeeehr viel entspannter.

  2. Wir hatten vor ein paar Jahren bei uns im Club eine „Hooligan Golf Society“ gegründet. Dresscode: Jeans, T-Shirt, Flachmann mit Obstschnaps. Wir waren zu dritt und hatten viel Spass.


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